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Glossar

Dieses Glossar erklärt die Begriffe, die rund um Verputzer & Stuckateure immer wieder auftauchen. Jeder Eintrag beginnt mit einer Definition in ein bis zwei Sätzen und nennt danach, worauf sie sich stützt.

21 Begriffe

Meisterpflicht im Stuckateurhandwerk

Das Stuckateurhandwerk, umgangssprachlich Verputzer, steht als Nummer 9 in Anlage A der Handwerksordnung und ist damit zulassungspflichtig. Wer den Betrieb selbstständig führt, braucht dafür grundsätzlich den Meisterbrief oder eine gleichgestellte Qualifikation.

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Handwerksrolle

Die Handwerksrolle ist das Verzeichnis der Handwerkskammer, in das jeder Betrieb eines zulassungspflichtigen Handwerks vor Aufnahme der Tätigkeit eingetragen sein muss. Die Eintragung setzt in der Regel den Meisterbrief voraus und geht der Gewerbeanmeldung voraus.

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Innung und Handwerkskammer

Die Handwerkskammer ist die Pflichtorganisation aller Handwerksbetriebe einer Region und führt die Handwerksrolle. Die Stuckateur-Innung ist ein freiwilliger Fachverband mit eigener Qualitätssicherung und Ausbildungsarbeit.

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Kostenvoranschlag

Ein Kostenvoranschlag ist eine unverbindliche Kostenschätzung des Handwerkers nach § 649 BGB, keine Preisgarantie. Überschreitet die tatsächliche Rechnung den Voranschlag wesentlich, muss der Betrieb dies unverzüglich anzeigen.

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Festpreis und Angebotsvergleich

Ein Festpreis ist der verbindliche Komplettpreis für alle Arbeiten, schriftlich vor Auftragsvergabe vereinbart. Bei Putz- und Fassadenarbeiten schützt er vor Nachträgen für Untergrundvorbereitung, die im ersten Kostenvoranschlag oft nicht sichtbar waren.

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Gewährleistung bei Putz- und Stuckateurarbeiten

Für Putzarbeiten, die fest mit einem Gebäude verbunden sind, etwa ein Fassadenputz, gilt die fünfjährige Gewährleistungsfrist für Bauwerke nach § 634a BGB. Bei VOB/B-Verträgen sind es vier Jahre.

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Kalkputz gegen Schimmel im Innenraum

Kalkputz hat einen hohen pH-Wert, der Schimmelsporen ein ungünstiges Milieu bietet, und ist zugleich stark diffusionsoffen, was Feuchtigkeit reguliert statt sie einzuschließen. Er wird deshalb häufig in schimmelgefährdeten Räumen wie Bädern oder Altbauten empfohlen.

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WDVS-Dämmstoffe im Vergleich: EPS, Steinwolle, Holzfaser

Diese drei Dämmstoffe kommen am häufigsten in einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) zum Einsatz, das eine Fassade nachträglich dämmt. EPS-Dämmplatten haben eine Wärmeleitfähigkeit von etwa 0,032 bis 0,040 W/(mK) und sind meist am günstigsten. Steinwolle liegt in ähnlicher Größenordnung, ist nicht brennbar und bietet besseren Schallschutz. Holzfaserplatten liegen mit 0,040 bis 0,050 W/(mK) etwas höher, sind aber diffusionsoffen und nehmen Feuchtigkeit auf und wieder ab.

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Armierungsgewebe: Funktion und Verarbeitung

Das Armierungsgewebe ist ein kunststoffummanteltes Glasfasergewebe, das in die Armierungsschicht eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS) eingebettet wird und Spannungen aus Temperaturschwankungen oder Bewegungen im Untergrund flächig verteilt, statt sie sich an einer Stelle als Riss zeigen zu lassen.

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Innenputz oder Außenputz: Der Unterschied

Außenputz muss zusätzlich zu Optik und Untergrundschutz Witterung, Schlagregen und Temperaturschwankungen standhalten, weshalb er meist wasserabweisender und schlagfester formuliert ist als Innenputz. Innenputz ist stärker auf Raumklima, Verarbeitbarkeit und Optik ausgelegt.

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Dekorputz: Arten im Überblick

Dekorputze wie Rillenputz, Kratzputz oder Scheibenputz unterscheiden sich in Körnung und Verarbeitungstechnik und erzeugen jeweils eine eigene Oberflächenstruktur. Die Körnungsgröße beeinflusst zusätzlich, wie stark kleinere Unebenheiten im Untergrund kaschiert werden.

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Putzgrund und Haftbrücke

Ein Putzgrund oder eine Haftbrücke bereitet einen Untergrund vor, damit der eigentliche Putz gleichmäßig haftet, besonders bei stark saugenden, glatten oder unterschiedlich strukturierten Untergründen. Ein übersprungener Putzgrund ist eine häufige Ursache für großflächige Ablösungen.

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Putzschichtdicke und mehrlagiger Aufbau

Größere Unebenheiten im Untergrund erfordern häufig einen mehrlagigen Putzaufbau statt einer einzelnen dicken Schicht, weil eine zu dick aufgetragene Einzellage beim Abbinden reißen oder sich lösen kann.

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Fassadenputz und Algenschutz

Auf gedämmten Fassaden kühlt die Oberfläche nachts stärker aus als bei massivem Mauerwerk, wodurch sich häufiger Tauwasser bildet, das Algen- und Pilzwachstum begünstigt. Algenschutzausrüstungen im Putz oder Anstrich verzögern diesen Bewuchs, verhindern ihn aber nicht dauerhaft.

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Eckschutzschienen und Fugenprofile

Eckschutzschienen sichern besonders beanspruchte Gebäude- und Fensterkanten gegen Stoßschäden und Rissbildung, Fugenprofile nehmen gezielt Bewegungen zwischen unterschiedlichen Bauteilen auf, etwa am Übergang zwischen Fassade und Fensterrahmen.

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Altbausanierung: Putz und aufsteigende Feuchte

Bei aufsteigender Feuchtigkeit im Mauerwerk speziell verwendete Sanierputze sind kapillaraktiv und diffusionsoffen ausgelegt, damit Feuchtigkeit und darin gelöste Salze aus der Wand entweichen können, ohne die Putzoberfläche zu sprengen.

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VOB/B

Die VOB/B ist ein vertragliches Klauselwerk für Bauleistungen, das nur gilt, wenn es beide Vertragsparteien ausdrücklich vereinbaren. Ohne diese Vereinbarung gilt für private Verputzerverträge das allgemeine Werkvertragsrecht des BGB.

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Abnahme der Putzarbeiten

Die Abnahme ist die förmliche Erklärung des Auftraggebers, dass die Putzarbeiten im Wesentlichen vertragsgerecht ausgeführt wurden. Ab diesem Zeitpunkt beginnt die Gewährleistungsfrist, und die Beweislast für Mängel wechselt zum Auftraggeber.

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Wärmedämmverbundsystem: Grundaufbau

Ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) besteht im Grundaufbau aus Klebeschicht, Dämmplatte, Dübelung, Armierungsschicht mit eingebettetem Gewebe und abschließendem Oberputz mit Anstrich. Jede Schicht erfüllt eine eigene Funktion, ein Weglassen einer Schicht gefährdet meist die Funktion des gesamten Systems.

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Akutschäden am Putz statt klassischem Notdienst

Anders als ein Rohrbruch oder Stromausfall entstehen Putzschäden selten so akut, dass ein sofortiger Noteinsatz nötig wäre. Ausnahme sind größere, plötzlich sichtbare Abplatzungen mit Verletzungsgefahr, etwa an einer stark befahrenen Fassade, oder akute Feuchtigkeitsschäden nach einem Rohrbruch in der Wand.

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Gerüststellung bei Fassaden- und Putzarbeiten

Für Putz- und Dämmarbeiten an der Fassade oberhalb der Erreichbarkeit mit Leitern wird ein Gerüst benötigt, gestellt entweder vom ausführenden Betrieb selbst oder einem spezialisierten Gerüstbauer. Die Kosten dafür sollten im Angebot als eigene Position ausgewiesen sein.

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